Ingrid Kissling-Näf

Ingrid Kissling-Näf

Ingrid Kissling leitet seit dem Frühjahr 2013 die Abteilung Geistes- und Sozialwissenschaften des Schweizerischen Nationalfonds. Zuvor war sie während zwei Jahren für das Tätigkeitsfeld Ressourceneffizienz und Innovation beim Ingenieurunternehmen Ernst Basler & Partner verantwortlich. Während rund zehn Jahren hat sie mit der Förderagentur für Innovation KTI und der Akademie der Naturwissenschaften zwei Forschungsförderungsinstitutionen in der Schweiz geleitet und reformiert. Nach dem Studium der Theologie, Ökonomie und Politikwissenschaften in Fribourg, Lausanne und Paris hat sie 1996 an der HSG in St. Gallen in Volkswirtschaft doktoriert. Anschliessend war sie während sechs Jahren Assistenzprofessorin für Ressourcenökonomie an der ETHZ und hat sich während dieser Zeit intensiv mit ressourcenökonomischen Fragen in den Bereichen Wald, Wasser, Energie etc. auseinandergesetzt und u.a. Evaluationsstudien zu staatlichen Förderprogrammen durchgeführt. Spezialisiert ist sie in der Ressourcenökonomie, der Umweltpolitik, der Politikanalyse, dem Innovationsmanagement und der Forschungspolitik. Sie hat für verschiedene Kommissionen/Stiftungs- und Beiräte wie z.B. die Nationalparkkommission oder den Beirat für genetische Ressourcen der deutschen Bundesregierung gearbeitet.

Zusammenfassung des Referats

Die Wege zu Open Access in der Schweiz

Eine Studie hat Szenarien für den Umbau des wissenschaftlichen Publikationswesens in der Schweiz hin zu «Open Access» (OA) erarbeitet. Die Schweizer Bibliotheken haben 2015 insgesamt CHF 70 Mio. für Lizenzen und Abonnemente an Verlage bezahlt, was knapp einem Prozent der jährlichen Forschungsförderungssumme entspricht. Dies geht aus einer Auftragsstudie des Schweizerischen Nationalfonds und swissuniversities hervor, welche erstmals die Kostenstruktur sowie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Open Access (OA) Business Modelle für die Schweizer Forschungsgemeinschaft untersucht.
Nach eingehender Untersuchung schlagen die Autoren ein Mischmodell vor, das sowohl den «blauen» (Postprint-Version aller Artikel werden nach der Embargoperiode auf dem Repositorium zur Verfügung gestellt) wie auch den «goldenen» Weg (sofortige Freischaltung eines Artikels in einer OA-Zeitschrift nach Entrichtung der Article Processing Charge) von Open Access ermöglicht. Dieses pragmatische und flexible Modell würde die zusätzlichen Kosten auf CHF 13 Mio. jährlich beschränken. Um die OA Transition weiter zu stärken ist u.a. die Datenqualität bezüglich der finanziellen und physischen Flüsse im Publikationswesen zu verbessern und das nationale Vorgehen mittels einer nationalen Strategie und eines Aktionsplans zu stärken. Eine aktive Beteiligung an der internationalen Diskussion zeugt wiederum vom Willen der Schweiz, öffentlich finanzierte Forschung öffentlich zugänglich zu machen.

Referentin in Teil III / Podium

Die Wege zu Open Access in der Schweiz

L Programm
esense GmbH